
Das Berufsbild des Vermessungstechnikers/in beinhaltet die Datengewinnung für Lage- und Höhenmessungen, Katastervermessungen inklusive Erhebungen, Bauvermessungen inklusive Absteckungen und einige weitere Sonderaufgaben.
Auch wenn für diesen Beruf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) keine bestimmte schulische Bildung vorgeschrieben ist, erwarten die meisten Ausbilder von ihren Azubis Abitur oder mindestens einen guten Realschulabschluss. Außerdem sollte er/sie Freude an Kommunikation, in Mathematik am besten ganz besonders gute Noten haben und, da ein Großteil der späteren Arbeit am Computer stattfindet, auch Spaß und ein gewisses Vorwissen im Umgang mit der Kommunikationstechnik mitbringen. Besonders in der Landeshauptstadt Berlin ist diese Art der Ausbildung gerade auf dem Vormarsch.
Seit 1. August 2010 ist die neue Ausbildungsordnung für den Beruf Vermessungstechniker/in in Kraft, in der dieser Ausbildungsberuf modernisiert und die beiden Fachrichtungen Vermessung und Bergvermessung eingeführt wurden. Die Ausbildung erfolgt im Dualen System, also sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule, und dauert drei Jahre. Ausbilder sind hier hauptsächlich private Ingenieurbüros, Behörden für Geoinformation (öffentlicher Dienst) und öffentlich bestellte Vermessungsingenieure (ÖbVI).
Die drei Ausbildungsjahre im Einzelnen:
1. Ausbildungsjahr: Zusammen mit den Auszubildenden zum Geomatiker steht hier die Qualifikation im Vordergrund. Sie lernen die Grundlagen der Geoinformationstechnologie, pauken Rechts- und Verwaltungsvorschriften und es wird ihnen vermittelt, wie sie Daten erfassen, bearbeiten, auswerten und visualisieren (Geodatenmanagement).
2. Ausbildungsjahr: Hier gilt es, berufsspezifische Kenntnisse auf praktischem Wege zu erlangen. Bei ihrer Arbeit im Ausbildungsbetrieb lernen die Auszubildenden den Umgang mit Instrumenten und Geoinformationssystemen, die einzelnen Visualisierungsmöglichkeiten, wie Berechnungen angestellt werden, kurzum: die vermessungstechnische Methodik.
3. Ausbildungsjahr: Hier kommt es schließlich auf die gewählte Fachrichtung an, wie die weitere Ausbildung aussieht. Hat sich der Azubi für die Fachrichtung Vermessung entschieden, liegt der Schwerpunkt der weiteren Ausbildung im Erlernen der Bauordnungen, den kommunalen Liegenschaftskatastern, so wie der technischen Vermessung. Bei der Fachrichtung Bergvermessung geht es hingegen um Bergbautechnik, bergbauspezifische Vermessungsmethoden und das Erfassen und Darstellen von Lagerstätten.
Nach der bestandenen schriftlichen Zwischenprüfung zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres folgt am Ende der Ausbildung die Abschlussprüfung. Diese setzt sich aus einem Fachgespräch und vier praktischen Teilen zusammen. Glücklich ist derjenige, welcher hier nicht unter Prüfungsangst leidet, da die Durchfallquote relativ hoch ist. Wer dann den Besuch einer Fachoberschule anstrebt und den Sekundarabschluss I besitzt, benötigt sowohl das Berufsschul-Abschlusszeugnis wie auch die erfolgreich abgelegte Abschlussprüfung für die Aufnahme.